Mit Neurodermitis leben

Neurodermitis oder endogenes Ekzem ist eine komplexe Krankheit, zu deren Linderung verschiedenste Faktoren berücksichtigt werden müssen. Neben der medizinischen Therapie sollten unbedingt Allergene und Reizstoffe gemieden werden. Um dies im Alltag umsetzen zu können, möchten wir Ihnen im Folgenden einige Empfehlungen geben.

1. Waschen
Verwenden Sie möglichst nur alkalifreie Seifenersatzmittel und Körper- bzw. Hautpflegemittel ohne synthetische Konservierungs-, Farb- und Duftstoffe, am besten auch ohne ätherische Öle und Kräuterauszüge, da jeder Zusatzstoff ein potentielles Allergen sein kann. Das gleiche gilt bezüglich der Inhaltsstoffe natürlich auch für Cremes, Körperlotionen, Deos, Shampoos, Zahnpasten, Sonnencremes etc. (Siehe Körperpflege) . Insgesamt sollten Sie sich nicht zu häufig waschen und immer gut abtrocknen.


2. Kleidung / Neurodermitisoverall
Neurodermitiker, Allergiker und Menschen mit Neigung zu Hautreizungen sollten zumindest bei der Unterwäsche nur reine, unbehandelte Baumwolle oder Seide tragen. Wolle reizt die Haut und kann auch Allergien auslösen. Kunstfasern hingegen lassen die Haut nicht atmen, nehmen den Körperschweiß nicht auf und erzeugen ein feucht- warmes Klima , was unter Umständen das Pilzwachstum fördert und zu einer Verschlimmerung des Juckreizes führen kann. Legen Sie also das größte Augenmerk auf die Kleidungsstücke, die unmittelbar auf der Haut getragen werden, nämlich Unterwäsche, Schlafanzüge und Strumpfwaren. Um Reizungen durch Färbemittel, chemische Ausrüstung, Imprägnierungsmittel und Pestizidrückstände in Stoffen zu vermeiden, sollten Sie ungefärbte Wäsche in kontrolliert biologischer Anbau- Qualität verwenden. Diese Empfehlungen möchten wir ganz besonders für Babys und Kinder aussprechen, die von Natur aus eine wesentlich empfindlichere Haut haben.Sie sollten wir, besonders bei vorhandener allergischer Disposition, von Anfang an nur mit den besten Stoffen umgeben. Zur Vermeidung von Hautschäden durch Kratzen mit den Fingernägeln empfehlen sich Neurodermitisoveralls oder spezielle Neurodermitishandschuhe.


3. Waschmittel
Die richtige Kleidung muss aber auch "richtig" gewaschen werden. Herkömmliche Waschmittel enthalten in der Regel Enzyme, Parfümstoffe, Farbstoffe und andere Zusatzstoffe, die auch nach dem Spülgang noch zu teilweise erheblichen Mengen in den Wäschefasern verbleiben. Durch das Tragen dieser Kleidung auf der Haut können so Reizungen, Allergien und Juckreiz entstehen. Verwenden Sie also nur Waschmittel ohne Parfüm-, Farb- und Konservierungsstoffe und bei großer Sensibilisierung auch ohne ätherische Öle. Verzichten Sie grundsätzlich auf Weichspüler und lassen Sie Ihre Wäsche gründlich mit klarem Wasser durchspülen. Die Wäsche Ihres Babys und Ihrer Kinder sollten Sie schon vorbeugend nur mit reizstoffarmem Waschmittel waschen.


4. Reinigungsmittel
Leider müssen auch neurodermitiskranke Menschen regelmäßig ihren Haushalt erledigen und kommen dabei oft mit aggressiven, allergenhaltigen und hautschädigenden Substanzen in Berührung. Wir haben uns bemüht möglichst hautfreundliche, allergenarme und schonende Reinigungsmittel zu finden und für Sie zugänglich zu machen. Wählen Sie also je nach Ihren individuellen Gegebenheiten die optimalen Reinigungsmittel ohne synthetische Farb-, Parfüm- und Konservierungsstoffe, Enzyme, Phosphate, Chlor etc. aus. Verwenden Sie Reinigungsmittel grundsätzlich sparsam. Als zusätzlichen Schutz Ihrer Hände, sollten Sie latexfreie Haushaltshandschuhe und darunter Unterziehhandschuhe aus 100 % naturbelassener Baumwolle tragen, so wird Ihre Haut geschont und das unangenehme feucht- warme "Gummihandschuh- Klima" kann sich nicht bilden .


5. Schlafplatz
Einen großen Teil unseres Lebens verbringen wir im Bett. Logischerweise sollten Sie deshalb gerade das Bett optimal auf die Bedürfnisse eines Neurodermitikers abstimmen. Häufig wird über eine nächtliche Verschlimmerung des Juckreizes berichtet, die meist auf ein ungünstiges und zu warmes Klima im Bett zurückzuführen ist. Achten Sie also darauf, daß die Raumtemperatur im Schlafraum nicht über 19°C bis 20°C liegt. Weiterhin sind leichte Schlafanzüge, Neurodermitisoveralls und Schlafsäcke aus 100 % naturbelassener Baumwolle empfehlenswert. Außerdem haben sich dünne, atmungsaktive Bettdecken aus Baumwolle oder Kapok für die meist wärmeempfindlichen Neurodermitispatienten als günstig erwiesen (siehe Bettwaren). Matratze, Kissen und Bettdecke sollten keine tierischen Materialien, wie Wolle, Roßhaar, Kamelhaar etc. als potentielle Allergene und Reizstoffe enthalten. Bei allergiegefährdeten und -kranken Kindern sollte kein Lammfell als Schlafunterlage verwendet werden. Chemisch behandelte oder gefärbte Bettwäsche kann zu erheblichen Reizungen führen.


6. Ernährung
Neurodermitiker leiden häufig an Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder - allergien. Allergiker, Neurodermitiker und Kinder, die erblich vorbelastet sind, sollten also die stärksten Nahrungsmittelallergene meiden. Lebensmittel, die verhältnismäßig oft nicht vertragen werden sind unter anderem: Kuhmilch, Hühnerei, Weizen, Soja, Nüsse, Zitrusfrüchte, Zusatzstoffe, Fisch. Achten Sie also besonders darauf, daß Ihr Baby, bzw. Ihre Kinder diese Nahrungsmittel nicht zu früh und nicht zu häufig zu sich nehmen. Wir bieten Ihnen einige allergenarme Nahrungsmittel ( z.B. Getreideprodukte ohne Weizen, Roggen, Milch, Eier, Soja, Dinkel, Nüsse, Honig, Zusatzstoffe etc.) und kuhmilchfreie Säuglingsnahrung in unserem Online-Shop an.